Gospel Voices in Georgien Juni 2017

Pünktlich im Jubiläumsjahr der deutsch-georgischen Freundschaft starteten die Gospel Voices aus Baiersdorf mit 18 SängerInnen eine 8-tägige Reise vom 7. bis zum 15. Juni nach Georgien, dem Heimatland ihres Chorleiters Gocha Mosiashvili.

Dreh- und Angelpunkt bei allen Aktivitäten war die Landeshauptstadt Tiflis, in der Landessprache Tbilisi genannt. Nach einem ersten Orientierungsspaziergang durch die Altstadt und zum Bäderviertel genoss man den Rundblick vom heiligen Berg, Mtazmina. Tiflis unternimmt seit Jahren große Anstrengungen Altes zu bewahren und gleichzeitig moderne Architektur in Szene zu setzen.

Die kommenden Tage entdeckte der Chor Georgien mit Trips in alle Himmelsrichtungen: entlang der georgischen Heerstraße, die fast bis auf 2400 m Höhe über den Kreuzpass führt, wurde auch ein Halt an einem Gedenkfriedhof eingelegt. Hier liegen deutsche Kriegsgefangene begraben. Weiter reiste die Gruppe off-road in die Terek-Schlucht, dann weiter bis nach Stepantsminda, früher Kasbegi genannt. Besichtigt wurde auch die Sameba-Kathedrale, die höchste Kirche im ganzen Kaukasus.

Ebenfalls stand der Besuch eines Weinguts in der Weinbauregion Kachetien auf dem Programm, natürlich mit anschließender Weinprobe und dem abendlichen Empfang des geschäftsführenden Inhabers. Vorher gab es Gelegenheit, landestypisches Weißbrot an der Innenseite eines heißen Rundofens zu backen und bei der Herstellung eines georgischen Konfekts namens Tschurtschchela (aufgereihte Walnüsse getunkt in ein Traubensirup-/Mehlgemisch) mitzuwirken.

Einen tiefen Eindruck hinterließ ebenfalls der Besuch der Höhlenstadt Uplisziche aus dem 1. Jhd. v.Ch. , die seit mehreren Jahren auf die Aufnahme in das Weltkulturerbe Georgiens wartet. Dieser Tag endete mit einem Aufenthalt in dem Kurort Bordjomi mit seiner berühmten Mineralwasser-quelle.

Alle Touren wurden von der deutschsprachigen Maka Zilikurischwili begleitet, die mit unglaublichem Wissen in allen Bereichen und Geschichten aus dem politischen Nähkästchen beeindruckte.

Das Ende eines jeden aufregenden Tages wurde immer mit einer reich gedeckten Tafel mit georgischen Spezialitäten gekrönt. So lernte der Chor zum Beispiel Chinkali kennen, kinderfaustgroßen Teigbällchen mit einer lecker gewürzten Hackfleischfüllung. Der Chorleiter Gocha Mosiashvili demonstrierte auf Wunsch mehrfach, wie man diese Speise richtig zu essen hat – auf keinen Fall mit Messer und Gabel! Frisches Gemüse vielseitig zubereitet, Salate, Chatschapuri, verschiedene Brotsorten und Fleischgerichte wie der Grillspieß Mzwadi vervollständigten das vielfältige reichliche Abendessen. Und alles garantiert Bio!

Bei den abendlichen Zusammenkünften erhielt die Gruppe auch Einblick in den  traditionellen mehrstimmigen Männergesang Georgiens, der bei feierlichen Anlässen immer noch gepflegt wird. Die männlichen Gospel Voices lernten hier auch die Aufgabe eines Tamada kennen und bemühten sich einen poetisch anmutenden Trinkspruch auszurufen auf alles was einem wichtig ist: die Frauen, die Freundschaft, das Land, den Frieden…. um hier nur einige Inhalte zu nennen. Ein Anlass wurde immer gefunden, um die verschiedenen Weinsorten wie Saperavi, Khvanchkara, Kindzmarauli zu versuchen. Die Männer zeigten sich auf jeden Fall sehr lernfreudig und begeisterten sich für diese Tradition.

Nach mehreren Konzerteinlagen während der Tagesreisen fand dann am 11. Juni das kulturelle Highlight der Reise statt: das Gospelkonzert in der evangelischen Kirchengemeinde in Tiflis, das die Gospel Voices gemeinsam mit dem Jugendchor „Camerton“ , der unter der Leitung von Zviad Bolkvadze auftrat, gestalteten.  Mit „If you’re happy“ beendeten insgesamt ca.  50 SängerInnen unter großem Applaus das Konzert. Begeisterte Zuhörer bedankten sich nach dem Konzert  in deutscher Sprache und erzählten über die Anfänge der deutschen Kirchengemeinde.  Über diesen interkulturellen Austausch  berichtete auch das georgische Fernsehen und drehte mit.

 

Die Gospel Voices lernten Georgien als sehr gastfreundliches Land mit warmherzigen Menschen kennen, in dem Musik und Religion einen festen Platz im gesellschaftlichen Leben hat. Verschiedene Klimazonen und geologische  Besonderheiten machen dieses Land zu einem bislang noch weitgehend unentdeckten Juwel. Die Menschen begegnen sich mit Respekt und Toleranz. Der Wunsch der Gospel Voices, mit ihrer Musik ein weiteres Zeichen des Friedens zu setzen und ihren Teil für den Bestand der deutsch-georgischen Freundschaft beigetragen zu haben ist mit dieser Reise sicher in Erfüllung gegangen.

Noch eine kleine Randnotiz:

Ihre Erfahrungen bei Starkregen und dem damit verbundenen Hochwasser  - Erinnerungen an das Gospel Open Air 2007 in Baiersdorf wurden wach – konnten die Gospel Voices am 3. Abend im Hotel unter Beweis stellen. Der Frühstücksraum und die Bar standen durch schwere Gewitter und Starkregen unter Wasser. Die gerade stattfindende Probe wurde notgedrungen unterbrochen und mit vereinten Kräften das Hotelpersonal beim Wasserschöpfen unterstützt.

   

Bericht EN vom 3.Juli 2017